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Sport als Lebenselixier

 


Sport als Lebenselixier

Achim Haubennnestel ist verheiratet und dreifacher Vater mit einer psychischen Behinderung. Außerdem ist er mehrfacher Deutscher Meister, Ausdauersportler und leidenschaftlicher Anhänger der asiatischen Kampfkünste ... vor allem im Sinne des Gesundheitssports.
 
„Ich wünschte, die Menschen würden sich in der Kunst der Verlängerung des Lebens üben und nicht so sehr auf die groben und oberflächlichen Kampftechniken bedacht sein.“
Zhang Sanfeng (gilt als Begründer des Tai Chi Chu
an)
 

 
Welche Beweggründe gibt für einen psychisch Kranken Sport zu treiben ...
Der Breitensport als Lebenselixier um mit der Krankheit besser zu Recht zu kommen. Wissenschaftlich belegt ist, dass Ausdauersport die Ausschüttung von Endorphinen anregt und damit antidepressiv wirkt. Tai Chi Chuan - Meditation in Bewegung - wirkt positiv auf das körperliche und seelische Wohlbefinden durch die Atem betonenden und entspannten Bewegungsabläufe.
 
Warum belastender Wettkampfsport ...
Der Wettkampfsport ist medienwirksam und genau diesen Effekt der Medien
möchte ich als Psychiatrie Erfahrener (PE) nutzen, um auf unser Schicksal aufmerksam zu machen. Leider werden wir in der Öffentlichkeit oft falsch dargestellt und mit Psychopathen oder Insassen der forensischen Psychiatrie unter einen Hut gesteckt. In unserem privaten Umfeld, werden unsere Erkrankungen totgeschwiegen, um nicht benachteiligt zu werden. Der prozentuale Anteil meiner speziellen psychischen Erkrankung ist in der Bevölkerung bei 2-3%, das heißt in Zahlen, 2-3 Millionen in Deutschland sind betroffen. Über die Zahlen und Daten aller psychischen Erkrankung verfüge ich leider nicht, aber wenn man die Bandbreite der verschiedenen Erkrankungen, wie z.B. Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Schizophrenie, affektive Störungen, Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend, etc. - an sieht, wird es sicherlich ein sehr hoher prozentualer Anteil an der Gesamtbevölkerung sein. Deswegen stellt sich für mich die Frage, warum gibt es so wenig Sportangebote für PE. Ich kann mir dies nur schlüssig erklären, dass wir als PE gebrandmarkt sind und darum wird in der Öffentlichkeit möglichst nicht darüber berichtet.
 
Unsere Erkrankung hat zwei definitive Nachteile. Der nicht vorhersehbare Krankheitsverlauf und leider die oft wiederkehrende Erkrankung im Laufe eines Lebens. Der zweite ist vielleicht noch entscheidender. In der Akutphase würde niemand die Behinderung in Frage stellen, sobald es aber einem besser geht, wird dies angezweifelt, da ja nichts mehr sichtbar zu erkennen ist. Als PE wird man mehrfach gestraft. Der Leidensweg beginnt oft in einem frühen Lebensalter. Wenn es einem gut geht, was ja das erstrebenswerte Ziel sein sollte, wird man angezweifelt, in der Öffentlichkeit wird man oft im falschen Licht dargestellt und privat wird nicht darüber geredet, denn was könnte der Nachbar oder die Verwandtschaft darüber denken. Genau aus diesen Gründen gehe ich zum Schutze meiner Kinder in die Öffentlichkeit, setze mich den Strapazen von Wettkämpfen aus, um ein positives Bild als PE darzustellen.
 
Ich finde es toll, dass du Interesse zeigst, indem du dir die Zeit genommen hast, diesen Artikel zu lesen. Ich würde mich freuen, wenn ich dich damit gewinnen konnte, uns mit deinen Fähigkeiten zu unterstützen. Danke!
 
Achim Haubennestel
E-Mail: 
psport@freenet.de